Mittwoch, 13. Februar 2013

Würfelturm 2.0

Jedes gute Spiel, in dem gewürfelt wird, braucht einen ordentlichen Würfelturm. So auch dieses. Bisher gab es schon einen - das hier ist der Neue:

Einer der 4 Helden hat vor einiger Zeit einen Turm gebaut, der hauptsächlich aus Karton & Farbe besteht. Dieser Turm hat uns bisher gute Dienste geleistet. Allerdings hatte er einen Nachteil: Die Auswurfgeschwindigkeit der Würfel ist etwas zu hoch. Das führte dazu, dass immer wieder mal ein Würfel ungefragt den Tisch verließ und vom Boden wieder aufgehoben werden musste.
Das und der Umstand, dass ich einen Turm wollte, der optisch zum Spiel passt, haben mich dazu veranlasst, ein neues Modell zu bauen. Die Idee war, einen möglichst leichten, aber stabilen Rohbau mit in Form gegossenem Dentalgips zu verkleiden, damit er die gleiche Optik aufweist, wie die Dungeonteile.

Gesagt - getan. Für das leichte Grundgerüst sollten 3mm dicke Holzplatten, die für Laubsägearbeiten gedacht sind, die optimale Lösung sein. Also: Holz gekauft, Stichsäge vom Nachbarn geborgt und ein paar Einzelteile ausgeschnitten:


Das ist nicht besonders aufwendig und in ein paar Minuten erledigt. Man kann das Ganze natürlich als Purist auch mit der Laubsäge ausschneiden, was sicher etwas länger dauert. Ich aber bin faul und ungeduldig. Daher hab ich zur schnellen, elektrisch betriebenen Stichsäge gegriffen.
Wenn man alle 9 Einzelteile beieinander hat, kommt gleich mal ein sehr wichtiger Bestandteil des Turms ins Spiel: Die Schalldämmung in Form von Filz! Da mein Turm knapp 10 cm Innenmaß hat, hab ich die ideale Lösung gefunden: 
Diese Filzrolle gibt es in einem Gartencenter in meiner Nähe zu kaufen. Der Filz ist 10 cm breit und passt fast punktgenau in den Würfelturm. Wichtig ist dieser Filz deshalb, weil einige durch den Turm fallende Würfel einen Höllenlärm verursachen, wenn sie auf das nackte Holz prallen. Filz ist daher gut für die Ohren und beruhigt die Nerven. Ich hab also alle schrägen Rampen, die sich im Inneren des Turms befinden, mit Filz verkleidet:

Als nächstes werden eben diese Rampen auf eine der Seitenwände aufgeklebt. Dabei sollte man darauf achten, dass die unterste und längste in einem flacheren Winkel aufgeklebt wird, als die oberen drei. Das verhindert, dass die Würfel zu schnell aus dem Turm rollen und, wie beim Vorgängermodell, den Schwung über den Tisch hinaus bis auf den Boden mitnehmen. 
Ich hab also mit der untersten Rampe begonnen, und den verbleibenden Platz einfach so aufgeteilt, dass alle anderen Rampen im gleichen Winkel aufgeklebt werden können.

Danach werden Vorder- und Rückwand aufgeklebt.

Die Vorderwand ist natürlich die mit dem ausgeschnittenen Torbogen. Man sieht hier ganz gut, dass die Rampen steil genug sind und Platz genug bieten, dass die Würfel ohne Probleme durchrollen können. Trotzdem werden die Würfel nicht zu schnell. Die unterste Rampe ist deutlich flacher und bremst die Geschwindigkeit der Würfel weiter ab.
Wer sich das Bild ganz genau ansieht, kann hier einen kleinen Fehler entdecken, über den ich mich anfangs fürchterlich geärgert habe. Inzwischen merkt man aber kaum mehr was davon. Warum das so ist, verrate ich später. 
Und? Fehler im Suchbildrätsel gefunden? Nein? Ich hab vergessen, die Innenseite der Vorderwand mit Filz zu bekleben! Bei der Rückwand ist das kein Problem. Da sind die entscheidenden Flächen auch nach Fertigstellung des Turms noch ganz gut zugänglich, aber der Bereich zwischen erster und dritter Rampe auf der Vorderwand bleibt einem in weiterer Folge für immer verborgen. Dort knallen die Würfel weiterhin in voller Lautstärke gegen die Holzwand.
Wie auch immer - jetzt kann ich nichts mehr daran ändern, und das Problem hat sich ohnehin von selbst gelöst. Als nächstes kommt mal die zweite Seitenwand dran. Und damit die auch gut hält sollte man sie, sobald sie angeklebt ist, ein paar Minuten lang beschweren. Ich hab das extrem stilvoll gemacht:


Meinen vorhin erwähnten Fehler hab ich erst entdeckt, nachdem ich die Flaschen entfernt habe und der Kleber schon ziemlich gut getrocknet war - also eindeutig zu spät. Ihr könnt es besser machen.

So - Nachdem der Turm selbst jetzt mal zusammengebaut ist, wird er noch auf die Bodenplatte geklebt. Dann schneidet man noch 2 cm hohe Seitenwände aus, auf die man vorher vergessen hat (Ätsch - wenn Ihr genau nach meinen Anweisungen arbeitet, müsst Ihr die Stichsäge genau wie ich jetzt nochmal auspacken!) und klebt diese quasi als Zaun rund um den Hof vor dem Turm. Fertig sieht das Ganze dann so aus:

Nun werden noch der Hof, der Zaun innen und die Innenseite der Rückwand mit Filz beklebt.danach kann man die ersten Würfel durch den Turm fallen lassen. Ein kurzer Test beweist: Der Turm funktioniert! Alle Würfel fallen in den Hof, kein einziger verlässt ungefragt das Gelände. Die Konstruktion ist also erfolgreich.


Der Rohbau steht - Jetzt kann mit der Verkleidung begonnen werden. Ich beginne also erneut damit, Dentalgips anzurühren und in die Gussformen zu gießen. Stück für Stück werden die Gipsformen, wie bei den Dungeonteilen, aufgeklebt.

Langsam beginnt der Turm so auszusehen, als gehöre er wirklich zum Spiel. Nach ein paar Durchgängen sind dann alle Teile gegossen und die Verkleidung des Turms fertig:

Jetzt lasse ich mal den Kleber noch etwas trocknen und verrate dem werten Leser, warum sich mein Problem mit dem fehlenden Filz von selbst gelöst hat: Die aufgeklebten Gipsteile wirken ebenfalls sehr schalldämmend. Das Holz kann nicht mehr so stark vibrieren und der Durchmarsch der Würfel wird deutlich leiser. Nachdem alle Gipsteile aufgeklebt waren, hab ich bemerkt, daß man den fehlenden Filz an der Innenwand kaum noch hört.

Jetzt ist es an der Zeit, den Turm zu bemalen. Im Gegensatz zu den grünlichen Bodenplatten hab ich mich dazu entschlossen, den Turm grau zu halten. Also hab ich zuerst mit einer dunkelgrauen Grundfarbe den gesamten Turm bemalt und danach in zwei Durchgängen mit helleren Farben (eine leicht grünlich, die zweite hellgrau - fast weiß) trockengebürstet. Wie das genau funktioniert könnt ihr in meinen Einträgen von April und Mai 2010 nachlesen. Nach dem zweiten Durchgang Trockenbürsten war der Würfelturm fertig, und ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden:


Der graue Fleck auf der letzten Rampe ist das einzige optische Manko, das der Turm aufweist. Ich hab beim Malen leider nicht gut genug aufgepasst. Ein Tropfen Farbe ist im Zwischenraum der Steine nach unten geronnen und hinter dem Torbogen auf den Filz getropft. Ich hab versucht, ihn halbwegs zu entfernen. Das hat aber nicht wirklich funktioniert.

Nachdem der Turm endgültig fertiggestellt war, hab ich wieder ein paar Tests durchgeführt. Dabei ist kein einziger Würfel aus dem Turm gefallen. Er funktioniert wirklich wunderbar. Und weil ich nun neben meiner neuen Kamera ein zweites tolles Spielzeug hab, hab ich die Gelegenheit genutzt, um gleich mit beiden zu spielen und beide zu testen. Das Ergebnis waren ein paar Serienaufnahmen von fallenden Würfeln:


Auch dieses Experiment ist gut verlaufen. Die Kamera leistet hervorrangende Dienste, und genau das wird der Würfelturm bei der nächsten Spielrunde auch tun.

Zum Schluss noch eine kleine Kurzgeschichte: Das Foto des fertigen Turms habe ich auch auf Facebook gepostet. Eine ganz liebe Bekannte hat daraufhin gemeint, der Turm sehe so ähnlich aus, wie der in einem Spiel namens Rumpel-Ritter (für 3-6jährige), das ihr Sohn mal hatte. Dieses Spiel sieht so aus:
Soll ich jetzt beleidigt sein???




Kommentare:

  1. Beleidigt? Ich denke nicht ;-)

    Ich selbst habe auch schon des öfteren über so einen Turm nachgedacht, nur wie ich das perfekte Design hinkriege war mir bis jetzt immer unklar.
    Die Gibs-Idee ist klasse. Die Formen hab ich noch vom 3D Dungeon. Sobald ich Zeit und Muse habe wird das in Angriff genommen. Was aber dann wohl in den nächsten Winter wandert.

    Gruß Martin

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  2. Hallo Qu-Bert,

    könntest du hier in den Blog die Maße des Turms und
    die der Platten im Turm veröffentlichen?
    Über Hilfe würde ich mich sehr freuen.

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  3. Die Seitenwände des Turms sind 10x25 cm, die Bodenplatte 10x23 cm. Welche Maße die schrägen Platten im Turm genau haben, weiß ich gar nicht. Logischerweise auch 10 cm breit. Sie müssen schräg genug sein, daß die Würfel nicht liegenbleiben und kurz genug, daß würfel durchfallen können. Ich schätze, die werden rund 8 cm. lang sein.

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